Ladenbesetzung

Welche Läden werden in  die Ladenstraße gebracht?   Und wie wird das entschieden?
Entschieden wird im Vorstand, bzw. mit einer erweiterten  Arbeitsgruppe. Für die Entscheidung sind folgende Rahmenbedingungen zu berücksichtigen:
1. Konsumentenwünsche: Umfragen geben Aufschluss über den Bedarf im Olympiadorf.
2. Konkurrenzsituation: Ein Geschäft, dass es noch nicht im Dorf oder in unmittelbarer Nähe gibt, hat sicher höhere Chancen erfolgreich zu sein. Andererseits: Konkurrenz belebt das Geschäft!
3.  Einzugsgebiet: Das Dorf ist relativ abgeschottet. Die Hauptklientel sind somit die 6300 Olympiadorfeinwohner sowie die Laufkundschaft (ZHS-Studenten, Angestellte umliegender Firmen, Touristen). Manche Anbieter benötigen bestimmte Voraussetzungen, um erfolgreich wirtschaften zu können. So ist für die Wirtschaftlichkeit des Bioladens „Basic“ an der Schleißheimerstraße ein Einzugsbereich von 100.000 Einwohnern erforderlich.
4. Ladenfläche: Je nach Ladenfläche kann ein Geschäftsraum besetzt werden. Ein moderner Supermarkt wird nicht auf einer 300qm Fläche unterzubringen sein, ein Tante-Emma-Laden hingegen schon.
5. Vorhandener Besatz: Manche Läden erfordern andere Angebote, um selber erfolgreich zu sein (sog. Kettenkäufe). So ist ein Pralinenladen neben einem Blumenladen im Ladenzentrum sicher besser aufgehoben als neben einer Reinigung am äußersten Ende der Straße.

Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess, der je nach Situation für den nächsten Ladenbesatz unterschiedliche Ergebnisse bringt.

Wer kommt als Mieter für die Geschäfte allgemein in Frage?
Wir haben Gespräche mit Existenzgründungsberatern von Banken geführt. Danach sind am vielversprechensten Einzelhändler, die bereits ein Geschäft besitzen, also ein gutes Standbein haben, und expandieren wollen – z.B. ins Olympiadorf. Dabei stellt der Händler die gute, persönliche Kundenbeziehung in den Vordergrund – wie in einem echten Dorf auf dem Land.  Darüber dürfen Händler und Bürgergesellschaft aber nicht vergessen, dass sie weiterhin das unternehmerisches Risiko tragen – hinsichtlich des erfolgreichen Verkaufs (Händler) bzw. der erfolgreichen Vermietung (Bürgergesellschaft).

Welche Geschäfte würden Sie nehmen / Gibt es Pläne für das erste Geschäft?
Ja. Wir haben vor einiger Zeit eine Umfrage durchgeführt, aus der hervorging, dass ein Dienstleister, der Reinigung, Schuster und Änderungsschneiderei verbindet, dringend nachgefragt ist. Trotzdem ist dies nicht die Garantie, dass „der erste Laden“ so belegt wird. Verschiedene weitere Rahmenbedingungen (siehe oben) müssen wir ebenfalls berücksichtigen.

Ich bin Bewohner und will, dass ein bestimmtes Geschäft in der Ladenstraße zu finden ist. Wie kann ich das über die Genossenschaft erreichen?
Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Wünsche mitteilen, am besten mit Kontaktdaten Ihres „Traumgeschäfts“ (Name und Art des Geschäfts, Name des Eigentümers, Adresse, Telefonnummer, Mail). Wir möchten u.a. auf diese Weise ein Händlernetz aufbauen. Sobald wir eine Ladeneinheit erwerben, werden wir die Händler kontaktieren und – sofern beide Parteien vom Erfolg des Geschäfts im Dorf überzeugt sind – uns um seinen Einzug im Dorf bemühen.

Habe ich ein Recht auf ein bestimmtes Geschäft, wenn ich Mitglied in der Genossenschaft bin?
Nein. Bei der Wahl von Ladenmietern und bei der Besetzung der einzelnen Ladeneinheiten müssen wir verschiedene Rahmenbedingungen berücksichtigen (siehe oben). Ziel ist ein guter Branchenmix, damit die Dorfbewohner in ihrer Gesamtheit möglichst viele Alltagseinkäufe im Dorf erledigen können.

Gibt es einen Idealplan?
Ja, die Prinzipien sind klar. Aber natürlich müssen immer wieder Kompromisse hinsichtlich des optimal erreichbaren gemacht werden.

Wenn der Laden besetzt ist, wird der laufende Mietvertrag gekündigt, um den „Idealmieter“ anzusiedeln?
Nein. Mietverträge haben teilweise eine Laufzeit von 10-15 Jahren. Werden sie vorzeitig gekündigt, werden Pönalen fällig. Das möchten wir vermeiden.

Könnte in den derzeit leerstehenden Schlecker nicht mehrere Angebote eingebracht werden, z.B. Reinigung, Schuster, …?
Es gibt Läden, die ohne Zusammenarbeit gar nicht funktionieren bzw. deutlich weniger erfolgreich sind.
Voraussetzungen für den Erfolg sind immer: die Menschen müssen zusammen arbeiten können, müssen sich vertrauen, die Angebote müssen zusammen passen. Wir sind in Kontakt mit bestehenden Läden, ob diese ein Zusatzangebot aufnehmen können.

Herr Wotruba, haben Sie aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit Einfluss auf die Ladenbesetzung, damit wir z.B. wieder einen Drogeriemarkt bekommen wie Rossmann in den Schlecker?
Grundsätzlich ja. Es gelten jedoch die Einzelhandels-Spielregeln, für eine Drogerie wie Rossmann oder dm muss beispielsweise eine Fläche von mindestens 600qm vorhanden sein. Das entspricht zweimal dem Netto in unserer Ladenstraße.

Was tun Sie, wenn Läden leerstehen, die die Olywelt gekauft hat?
Wenn ein Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben muss, ist die Miete entsprechend dem laufenden Mietvertrag weiter zu entrichten. Die Olywelt ist natürlich an schneller Besetzung interessiert und wird sich in einer solchen Situation um einen Nachmieter kümmern. Daher führen wir laufend Gespräche, um Mietinteressenten zu gewinnen. So gibt es bereits Mieter, die ins Dorf kommen wollen, wir haben jedoch noch keine passende Immobilie.

Was ist mit dem leerstehenden Bäcker (ehem. Müller)?
Wir sind im Kontakt mit Eigentümer und Makler. Preise für Miete oder Verkauf sollen erst nach der abgeschlossenen Renovierung festgelegt werden. (Stand November 2012)

Kann sich ein weiterer Metzger überhaupt im Dorf halten? Wir haben doch VinzenzMurr im Tengelmann.
Die Marktuntersuchung für Angebot und Marktpotential im Olympiadorf hat ergeben: Ein Durchschnitts-Olympiadorfbewohner hat ca. 10-20% mehr Geld in der Tasche als der Durchschnittsbundesbürger. Wie unsere Umfrage gezeigt hat, wünschen sich viele Dörfler eine Alternative zu dem Bestehenden und fahren dafür bereits heute an andere Orte. Das Marktpotential ist vorhanden.

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Ich möchte ein Geschäft im Olympiadorf betreiben – wie mache ich das, an wen wende ich mich?
Sie führen als Einzelhändler bereits ein erfolgreiches Geschäft oder wollen den Sprung in die Selbständigkeit wagen. Wenn Sie den persönlichen, individuellen Umgang mit Ihren Kunden lieben, sollten Sie sich an den Vorstand wenden.

In einem Telefonat werden wir uns über Ihre Vorstellungen informieren.
Sollten Sie für unsere Ladenstraße in Frage kommen, werden wir Sie zum persönlichen Gespräch einladen: Bereiten Sie dazu Unterlagen über Ihren Geschäftszweck, Finanzierung etc. vor, ähnlich Ihrem Gespräch bei der Bank zwecks Kreditforderung.

Wie kann ich im Olympischen Dorf Erfolg mit meinem Geschäft haben?
Das Betreiben Ihres Geschäfts wird umso mehr Erfolg haben, je intensiver Sie sich um die Pflege der „Dorfklientel“ bemühen, da sie Ihren Hauptkundenstamm darstellt.

Die Ladenstraße im Olympiadorf ist eine Gesamtanlage, die als ein Einzelhandelsstandort gemeinsam mit umliegenden Standorten konkurriert: Der Käufer sucht das Gesamterlebnis „Olympiadorf Ladenstraße“, gleichzeitig aber den persönlichen Umgang, wie er in einem Dorf üblich ist.
Individeller Umgang und persönlicher Kontakt mit den Kunden zahlt sich aus. Wenn dies Ihre Stärken sind und Sie Dorfatmosphäre lieben, liegen Sie im Olympiadorf richtig: Wir sind ein Dorf in der Stadt!